Unter dem Einfluss von Napoleon beschloss
die französische Regierung, die Eidgenossenschaft zu unterwerfen, nachdem auch
Oesterreich in Oberitalien 1797 besiegt worden war. Es galt, unter anderem das viele Geld,
das offenbar in bernischen Schatzgewölben lagerte zu behändigen um den Feldzug nach
Aegypten zu finanzieren. Zudem wollte Napoleon die Pässe über die Walliser Alpen in
seine Gewalt nehmen um jederzeit mit seiner Armee nach Oberitalien gelangen zu können.
Ende Januar 1798 marschierte General Ménard mit etwa 12000 Mann ins Waadtland ein -
damals bernisches Untertanenland - . Gleichzeitig stiess aus dem nördlichen Jura General
Schauenburg mit etwa 8000 Mann gegen Biel vor, das unter Druck seinen Anschluss an
Frankreich erklärte. Der Feind beabsichtigte, das verhasste Bern von Westen und Norden
her in die Zange zu nehmen. General Karl Ludwig von Erlach musste seine Stellung bei
Murten räumen und die Truppen zurückziehen. Am 5. März warfen 2300 Berner eine
französische Uebermacht bei Neuenegg über die Sense ins Freiburgische zurück. Leider
kam dieser Sieg zu spät. Inzwischen war General Schauenburg bereits in Bern eingezogen.
Was war an der Nordfront geschehen?
Nach dem Fall Solothurns am 2. März 1798 lief ein
Grossteil der bernischen Truppen davon. General von Erlach beabsichtigte, dort wo die
Solothurn-Bern-Strasse durchs Grauholz (heutige A1) führt, mit den verbleibenden Truppen
eine Abwehrstellung zu beziehen. Es gelang ihm nur ungenügend, da viele Befehle ins Leere
gingen oder nicht befolgt wurden. Ein Vorhutbatallion von 300 Mann unter Oberst Thormann
stand bei Bätterkinden-Kräiligen, einige Bataillone bezogen eine wenig günstige
Stellung auf dem Tafelenfeld nördlich von Fraubrunnen. Die dritte Abwehrlinie im Grauholz
war bloss von etwa 900 Mann besetzt. Am 4. März befahl Napoleon General Schauenburg, am
5. März morgens 5 Uhr seinen Vormarsch gegen Bern mit etwa 12000 Mann zu beginnen. Im
Grauholz wurde das zu kleine Kontingent der bernischen Armee vom übermächtigen Gegner
mit Kanonen und Gewehren besiegt oder in die Flucht geschlagen. Dieses Gefecht besiegelte
den Untergang der alten Eidgenossenschaft und der bernischen Republik und führte zur
Schaffung der Helvetischen Republik (1798-1803). Mit dem Zusammenbruch begann auch für
Bern eine Phase der Erneuerung, welche rund ein Jahrhundert dauerte.
An der Jahresversammlung des kantonal-bernischen
Offiziersvereins vom 30. März 1884 war der Beschluss gefasst worden, zur Erinnerung an
die denkwürdigen Ereignisse vom 5. März 1798 ein Denkmal zu errichten. Das heutige
Denkmal war eines von 29 Projekten und wurde von Architekt Lambert, von der Firma Lambert
und Stahl in Stuttgart eingereicht. Den Auftrag erhielt der Bernburger Gottlieb
Hirsbrunner. Er und der Tessiner Bildhauer Luigi Piffaretti sind die Schöpfer des
Grauholzdenkmals. Das Denkmal misst samt Sockel und Säule 12 Meter und besteht aus
weissem Solothurner Kalkstein. Wegen der späteren Erstellung des Eidg. Remontendepots
wurde der Blick auf das Denkmal maskiert. Am 30. März 1930 wurde das Denkmal an seinem
neuen, heutigen Standort eingeweiht. Am Denkmal steht Seid einig". Die
Schrecken eines zweiten Weltkriegs bedrohten die Schweiz. Das Schweizer Volk blieb einig.
Es hat die Mahnung des Denkmals befolgt.